Öffentliche Kandidatendiskussion am Donnerstag – konkrete Antworten zu Notfallversorgung, Rettungsdienst und ambulanter Versorgung erwartet
Drei Jahre nach der Schließung der Grundversorgung am Krankenhaus-Standort Norden sind wichtige Fragen zur medizinischen Versorgung im Norderland weiterhin offen. Wie soll eine verlässliche Notfallversorgung für die Menschen in Norden und Umgebung gewährleistet werden? Welche Rolle soll das Regionale Gesundheitszentrum (RGZ) künftig übernehmen? Reichen die Kapazitäten des Rettungsdienstes und der Krankenhäuser in Aurich und Emden aus, den Wegfall der Notaufnahme in Norden aufzufangen? Und wie kann verhindert werden, dass sich die ambulante fachärztliche Versorgung weiter verschlechtert?
Diese Fragen will der Förderverein der UEK Norden am kommenden Donnerstag, 20. August 2026, von 19:00 bis 21:00 Uhr im Forum der KVHS Norden mit den Kandidatinnen und Kandidaten für das Amt des Landrats diskutieren, hart, aber fair. In einer ländlichen Region wie dem Landkreis Aurich hat ein Landrat als Hauptverwaltungsbeamter greifbare, operative Aufgaben, wenn ein Mangel an Praxen und lange Wege die medizinische Daseinsvorsorge gefährden. Da der Landrat Chef der Verwaltung ist, kann er gezielt finanzielle und strukturelle Hebel in Bewegung setzen, um das lokale Angebot zu verbessern. Ist der Landkreis gar Träger oder Gesellschafter eines Krankenhausstandorts, hat der Landrat direkten Einfluss auf die strategische Ausrichtung, Kooperationen und Geschäftspolitik des Krankenhauses.
Für den Förderverein geht es dabei nicht um allgemeine Bekenntnisse zu einer guten Gesundheitsversorgung, sondern um möglichst konkrete Antworten auf Fragen, die den Alltag vieler Menschen im Norderland unmittelbar betreffen. Deshalb werden zu jedem Themenblock einführend Betroffene gehört.
„Die Menschen müssen vor der Landratswahl wissen, welche Vorstellungen die Kandidatinnen und Kandidaten für die medizinische Versorgung unseres Raumes haben“, erklärt der Vorsitzende des Fördervereins, Dr. Axel Schönian. „Uns interessiert deshalb nicht nur, was grundsätzlich wünschenswert wäre. Wir möchten wissen, was die Kandidaten konkret verändern wollen und wofür sie als Landrat Verantwortung übernehmen werden.“
Dabei geht es auch um die Frage, wie die medizinische Versorgung in einem Flächenlandkreis organisiert werden kann, wenn zentrale Krankenhausleistungen an wenigen Standorten konzentriert werden.
Die Diskussion soll den Bürgerinnen und Bürgern Gelegenheit geben, die unterschiedlichen Konzepte der Landratskandidatinnen und -kandidaten unmittelbar miteinander zu vergleichen und eigene Fragen einzubringen.
Die Veranstaltung ist öffentlich. Der Eintritt ist frei.
Der Förderverein lädt alle interessierten Bürgerinnen und Bürger aus Norden und dem Norderland zur Teilnahme ein.