14 Haus- und Kinderärzte aus dem Norderland fordern klare Aussagen der Politik zur Sicherstellung der Grund- und Regelversorgung an der UEK Norden

Am  29.09.2022  äußerten sich 14 Haus- und Kinderärzten aus Norden, Hage und Großheide zur Situation im Krankenhaus in Norden. Der Förderverein begrüßt diese Stellungnahme ausdrücklich. Wesentliche dargestellte Kritikpunkte, Warnungen und Befürchtungen haben auch wir in der Vergangenheit immer wieder an die Klnikverantwortlichen und an ihre politischen Auftraggeber im Landkreis Aurich  herangetragen. Der Forderung der 14 Ärzte nach einer umgehenden klaren inhaltlichen Aussage der politischen Verantwortungsträger  zu den geplanten Maßnahmen zur  Sicherstellung der Grund- und Regelversorgung an der UEK  am Standort Norden bis zum geplanten Start der Zentralklinik schliessen wir uns vorbehaltlos an!

Wir veröffentlichen den Aufruf der 14 Ärzte anbei im Wortlaut.

“ Wir nehmen zur Kenntnis, dass das Krankenhaus Norden seit Jahren in kleinen Abschnitten heruntergefahren wird. In den letzten Jahren wurden unter anderem die Gynäkologie und die Kinderheilkunde geschlossen; Innere Abteilung und Labor wurden drastisch heruntergefahren; es sind mehrere Stationen geschlossen worden, z.B. gibt es statt 2 Chirurgischen Stationen nur noch eine halbe.

Diese Kürzungen sind uns nie offiziell mitgeteilt worden. Wir haben davon manchmal von betroffenen Patienten, manchmal aus der Presse und immer mit deutlicher Zeitverzögerung Kenntnis bekommen.

Aktuell ist die Gastroenterologie im Krankenhaus Norden nicht mehr funktionsfähig. Eine entsprechende Stelle für einen Leitenden Arzt ist nicht ausgeschrieben. Wir befürchten deshalb, dass die Grundversorgung im Krankenhaus Norden in den nächsten Wochen geschlossen wird, so dass sich in Norden dann nur noch eine Fachklinik für Psychiatrie befindet.

Auch eine Palliativstation wäre in Norden unter diesen Umständen nicht zu halten, denn sie ist auf Kooperation mit der Inneren und der Chirurgischen Abteilung angewiesen.

Die Streichung der Grundversorgung im Krankenhaus in Norden würde damit viele Jahre vor der Eröffnung der geplanten Zentralklinik in Uthwerdum vollzogen werden – entgegen allen bisherigen Zusagen von Politik und Geschäftsführung, dass die medizinische Versorgung an den Standorten Norden, Emden und Aurich auf dem aktuellen medizinischen Stand gehalten werde, bis die Zentralklinik diese Standorte ersetzt. Aus unserer Sicht muss eine solide internistische und chirurgische Grundversorgung in Norden als absolutes Minimum dazugehören.

Verantwortlich für das Geschehen ist die Trägergesellschaft für eine Zentralklinik, die vom Landkreis Aurich und der Stadt Emden gegründet wurde, von dort finanziert und kontrolliert wird.

Aus dem Aufsichtsrat der Trägergesellschaft hat es bereits Äußerungen gegeben, dass es an einzelnen Standorten unpopuläre und schmerzhafte Eingriffe geben müsse, wie der Presse zu entnehmen war.

Wir möchten Klarheit haben, unter welchen Bedingungen wir unsere Patientinnen und Patienten in den nächsten Monaten und Jahren versorgen müssen.

Deshalb fordern wir von den Verantwortlichen, insbesondere vom Landrat Olaf Meinen sowie von den Mehrheitsfraktionen der SPD und der CDU öffentliche Stellungnahmen dazu, was mit dem Krankenhaus Norden in naher Zukunft passieren wird, insbesondere was für die internistische und chirurgische Versorgung im Norder Krankenhaus in den nächsten Monaten geplant ist.

Wir erwarten diese Stellungnahmen noch vor den Landtagswahlen am 9.10.2022.

Waldemar Bill, Norden

Georg Karl van Hove, Norden

Birgit Konieczka, Hage

Ebba Limmer, Hage

Dr. med. Christian Lönne, Großheide

Dr. med. Wilfried Lüdeking, Norden

Dr. med. Steffen Petermann, Hage

Dr. med. Oliver Reisdorf, Norden

Dipl.-Med. Michael Schmidt-Kluschke, Großheide

Dr. med. Axel Schönian, Hage

Dr. med. Annika Scholle, Norden

Yasemin Steinmeyer, Hage

Dr. med. Axel Ungerland, Hage

Eva Wortberg, Hage“