Aktuelle Vorstellung des „Klinikkonzepts“ : „Vorhang zu und alle Fragen offen“

Am 24.04. stellte die Trägergesellschaft Kliniken Aurich-Emden-Norden in Emden den Mitgliedern des Emder Rats und des Auricher Kreistags einen neuen Stand eines Klinikkonzepts vor. Der Förderverein nimmt Stellung.

„Vorhang zu und alle Fragen offen“

Wie befürchtet: Die Zentralklinik-Werbeveranstaltung am 24.04.2019 in der Emder A-Lasco-Bibliothek hat keine neuen Konzepte für die  Zukunft der stationären Gesundheitsversorgung in der Region gebracht. Die von C.Eppmann reklamierten „hochbelastbaren Konzepte“ waren Nullnummern. Sie haben ebensowenig Antworten auf die offenen Fragen gegeben wie zuvor bereits die „Klinikkonzepte“, die in den beiden Jahren nach dem Bürgerentscheid vorgestellt wurden. Mit den jetzt präsentierten unausgereiften und  unverbindliche Absichtserklärungen endet ein Spiel auf Zeit : Seit zwei Jahren wurde das für „alternativlos“ erklärte Zentralklinikvorhaben stillschweigend fortgesetzt. Dafür benötigte niemand neue Konzepte.

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Eine Zentralklinik schreibt massive Verluste

Über das  AGAPLESION Ev.Klinikum Schaumburg  haben wir auch auf dieser Seite schon mehrfach berichtet: Denn in den Diskussionen um die Zukunft der Krankenhäuser in unserer Region wird diese Zentralklinik immer wieder als Vorbild und Vorzeigeobjekt  herangezogen. Aktuell werden aus dem Schaumburger Land hohe Verluste im ersten Betriebsjahr gemeldet : das Defizit in 2018, dem ersten Betriebsjahr nach der Eröffnung, beträgt 12 Mio €. Die Klinikgeschäftsführung hatte einen Verlust in einer solchen Höhe bei weitem nicht erwartet: In den Planungen war ein Anlaufverlust von ca 1 Mio für 2018 kalkuliert worden.

Die Schaumburger Nachrichten berichten am 5.4.2019 ausführlich über das unerwartet hohen Minus  und die Erklärungen zu  dieser Entwicklung seitens der Geschäftsführung:  „Katastrophales Ergebnis“: Klinikum schreibt 12 Millionen Euro Minus . Wir werfen  einen Blick auf die Entwicklung bei der „Vorzeigeklinik“  und erlauben uns auf dieser Basis eine Bewertung der Erwartungen und der  versprochenen Verbesserungen im Falle der Errichtung einer Zentralklinik hierzulande. 

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Zukunftsperspektiven für die Norder UEK?

Ein erfreuliches Bekenntnis zur Zukunft der multimodalen Schmerzstation an der UEK  in Norden gab Geschäftsführerin Astrid Gesang in der letzten Woche ab. Der Förderverein nimmt dazu Stellung.

Der Förderverein der UEK am Standort Norden begrüßt das Bekenntnis der Geschäftsführung der Trägergesellschaft zur multimodalen Schmerzstation am Standort Norden. Es ist wichtig, dass die Trägergesellschaft nicht immer nur von einer Zentralklinik in Georgsheil rede, sondern die für die Patienten wichtigen  medizinischen Angebote und die guten Leistungen der Klinikmitarbeiter an den  bestehenden Standorten  in Aurich, Emden und Norden  angemessen fördert und sichert. Entgegen den – vorwiegend mit den wirtschaftlichen Ergebnissen begründeten – Negativaussagen zur Lage  der Häuser sollten die Leistungen der gut funktionierenden Kliniken in der  Öffentlichkeit auch angemessen dargestellt werden. Andernfalls droht ein weiterer Imageverlust der  Häuser und eine Spirale der Demotivation bei den Mitarbeitern. Frau Dr. Gesang selbst weist angesichts der Schmerzstation darauf hin, daß es für die Sicherstellung von Medizinleistungen abträglich ist, wenn ihre Existenzberechtigung  allein an der  Ökonomie festgemacht wir,  also den Erlösen und der „Marktfähigkeit“ einer Abteilung.

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Warum werden klare Zahlen aus Hannover von Geschäftsführung und Politik verdreht?

Stellungnahme des Fördervereins für die UEK am Standort Norden zu den Erklärungen von Wiard Siebels und Claus Eppmann

Claus Eppmann und Wiard Siebels bringen in den Pressemitteilungen nur Halbwahrheiten, um sich selbst aus der Schusslinie zu bringen. Der Förderverein für die UEK am Standort Norden fordert deshalb die Presse auf, die Original-Zahlen der Landesregierung zu veröffentlichen, die diese als Antwort auf die kleine Anfrage der Grünen im niedersächsischen Landtag herausgegeben hat.

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Nachlese zur Filmvorführung „Der marktgerechte Patient“ in Norden

„Seit der Umstellung der Krankenhausfinanzierung auf sogenannte Fallpauschalen steht für deutsche Klinken nicht mehr der kranke Mensch, sondern der Erlös aus seiner Behandlung im Vordergrund. Der Film deckt die gefährlichen Auswirkungen dieser Ökonomisierung auf Patienten und Klinikbeschäftigte auf“

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Rund 30 Gäste und Mitglieder des Fördervereins trafen sich am 19.02. im Mittelhaus in Norden , um sich gemeinsam den Film  „Der marktgerechte Patient“ anzusehen und im Anschluss darüber zu diskutieren. Sie sahen ein ungeschminktes Bild  der Realitäten in deutschen Kliniken heute:

  • Kinder, für deren Behandlung aus wirtschaftlichen Gründen keine Kapazitäten verfügbar sind – Betten gesperrt.
  • Logbücher voll mit Einträgen über abgewiesene Notfallpatienten mit ernsten Erkrankungen.
  • Pflegekräfte, deren Traumberuf sich angesichts von hoffnungsloser Überlastung zum Albtraum gewandelt hat.
  • Ärzte und Pflegende, die angesichts gesundheitsgefährdender Zustände auf ihren Stationen ihre Stellen kündigen
  • Patienten, die während ihres Klinikaufenthalts allein liegen gelassen werden – mit lebensbedrohlichen Folgen
  • Modern ausgestattete Privatkliniken , die ausschließlich Leistungen und Abteilungen anbieten, in denen sie Überschüsse erwirtschaften, indem sie Patienten fabrikmäßig, im Schnellverfahren durch die stationäre Behandlung pushen.
  • Kommunale Klinikbetreiber, die für viel Geld immer neue Beraterfirmen  anheuern, um ihre Krankenhäuser betriebswirtschaftlich zu „optimieren“ .
  • Klinikmanager, die sich auf Abteilungen  und Angebote konzentrieren,  mit denen sie die höchsten Erlöse von den Kassen bekommen , selbst dann, wenn diese Angebote für die Patienten gar nicht notwendig sind
  • Kommunalpolitiker, die sich zunehmend schwer tun, grundlegende   Leistungsangebote wie Notfallversorgung oder  Geburtenstationen  aufrechtzuerhalten

Der Film läßt die verschiedenen Beteiligten  aus ihrem Alltag berichten. Dieser Alltag ist von einer Unterordnung unter wirtschaftliche Maximen gezeichnet – sowohl  bei Privatkliniken als auch bei Kommunalen. Beide wollen sich  schließlich in einem  zunehmend schärferen Wettbewerb bewähren, in dem sie mit Patienten Geld bzw. Gewinne machen – statt ihr Handeln an dem auszurichten, was hilfebedürftige Menschen benötigen. Patienten sind Kunden, und ihre Behandlung hat ihr Maß daran, was sie dem Betreiber einbringen. Viele Dinge, die vor einigen Jahren noch als Skandal oder als Ausnahmefall  betrachtet worden wären, sind nach rund 15 Jahren Fallpauschalenregelung zum  traurigen „Normalfall“  geworden  – das sei  alles andere als normal, wie es in der Diskussion hieß. Auch wenn die grundlegenden Beschlüsse, die zu dieser dramatischen Situation führen, in der Gesundheitspolitik im Bund getroffen werden:  sie  kommen „in der Fläche“ an und sie sollen hier von Klinikpersonal und Patienten „erduldet“ werden.  Hier sollte  man sich daher  zur Abwendung und Schadensbegrenzung  auf die Hinterbeine stellen – Bürger, Parteien, Kommunalpolitiker.

Wer sich nicht wehrt und stattdessen an Luftschlösser von einem „marktbeherrschenden Klinikum“ glaubt, das „modernste Medizin“ , gute Arbeitsbedingungen  und mehr Pflegepersonal  schaffen wird, der will nicht verstehen, was auf Bürger und Klinikmitarbeiter zukommt, wenn es so wie bisher weitergeht. Die „Zukunftssicherung“  bei diesem Rationalisierungsprojekt sieht eine Einschränkung der vorhandenen Grund- und Regelversorgung  und einen Rückzug der Kliniken aus der Notfallversorgung vor. Sie ebnet unseren kommunalen Trägern den Weg, aus der Daseinsvorsorge herauszukommen und ihre Gesundheitspolitik einer privaten Krankenhausfabrik zu überantworten.

Zur Website des Filmprojekts    „Der marktgerechte Patient“

Landratskandidat Olaf Meinen beim Förderverein

Nach einer Gesprächsrunde mit Bernd Iken im Januar hatten wir am 6.2.2019 mit Olaf Meinen einen weiteren Landratskandidaten zu einem öffentlichen Treffen eingeladen. Im Verlauf der über zweistündigen, engagierten Diskussion ließ Olaf Meinen zwar in etlichen Punkten eine gemeinsame Sicht auf die Problemfelder der stationären und ambulanten Gesundheitsversorgung in unserer Region erkennen. Bei der Bewertung und der Frage – was folgt daraus? gab es jedoch deutliche Unterschiede.

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Landratskandidat Bernd Iken zu Gast beim Förderverein

Der Bewerber um das Amt des Landrates, Bernd Iken (re, im Bild)  war der Einladung des Fördervereins der UEK am Standort Norden e.V. gefolgt und stellte sich in Norden Bürgern und Vereinsmitgliedern vor.

Bernd Iken spricht sich für den Fortbestand der zwei Kliniken in Aurich und Norden aus und kommt damit den Wünschen und Vorstellungen der Vereinsmitglieder entgegen. Bei fast 2 Millionen jährlichen Urlauberübernachtungen und der Altersstruktur in der Küstenregion, so Iken, sei eine Verlegung der Klinik von der Küste bzw. von den Mittelzentren ins Hinterland auf die grüne Wiese äußerst kontraproduktiv, sowohl unter wirtschaftlichen als auch unter sozialen Gesichtspunkten. Bedenke man noch den angestrebten Wegfall der Klinik in Emden, komme es gleich an drei Standorten zu wirtschaftlichen Verlusten, die ein einziger Standort im Nirgendwo nicht auffangen könne.

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Gesundheitsdialog Nordwest : Politik läßt Krankenhäuser sterben – Inszenierte Podiumsdiskussion statt „Bürgerdialog“

Am 9.1.19   startete die Trägergesellschaft  Kliniken AUR-EMD-NOR in der Emder A Lasco-Bibliothek mit einer öffentlichen Podiumsdiskussion den „Gesundheitsdialog Nordwest“.

Damit erfüllt sie nach eigenen Angaben einen Auftrag der politischen Gremien, im Zuge des „Nicht aus dem Augen-Verlierens einer Zentralklinik“  Themenfelder wie Notfallversorgung, Erreichbarkeit und Nachnutzung  öffentlich, unter Beteiligung der Bürger, in Form von Podiumsdiskussionen und workshops  zu bearbeiten.

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Leer investiert – Zentralkliniker träumen

Erfreuliche Nachrichten aus Leer:
„Während andernorts die Verringerung eines Millionendefizits bejubelt wird, bauen wir neu mit Geld aus der eigenen Kasse“.
Mit einem so selbstbewußten Statement  konnte der Leeraner Landrat Groote in seinem Jahresrückblick 2018 zurecht punkten. Seine Bemerkung macht aber auch deutlich, wie Politik und Klinikmanagement  der Nachbarkreise das gesundheitspolitische Treiben im Landkreis Aurich und in Emden wahrnehmen : als hilfloses und planloses Stückwerk.

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Norder Parteien nehmen Stellung zur aktuellen Kliniksituation

In der vergangenen Woche haben drei Norder Parteien zur aktuellen Situation der UEK deutlich Stellung bezogen. Der Förderverein begrüßt es, daß der – speziell für das Norder Krankenhaus – ruinöse Kurs, den die Geschäftsleitung der UEK  mit Billigung der Gremien des Landkreises Aurich unbeirrt weiter verfolgt , durch die Norder Parteien CDU, ZOB und Grüne im Hinblick auf  Auswirkungen für Patienten und Personal  hinterfragt wird. Anbei der Wortlaut der Erklärung :

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