„Klinikkonzept“ (2) : Was ist bei dieser Finanzierung „gesichert“?

Am 24.04. stellte die Trägergesellschaft Kliniken Aurich-Emden-Norden in Emden den Mitgliedern des Emder Rats und des Auricher Kreistags einen neuen Stand eines Klinikkonzepts vor. Nach einer Bewertung des „Konzepts zur Notfallversorgung“ nimmt der Förderverein hier Stellung zu den Aussagen zur Finanzierung.  Ein ruinöse Finanzierung – auf geradem Weg in die Privatisierung ? In den letzten … Weiterlesen

Aktuelle Vorstellung des „Klinikkonzepts“ : „Vorhang zu und alle Fragen offen“

Am 24.04. stellte die Trägergesellschaft Kliniken Aurich-Emden-Norden in Emden den Mitgliedern des Emder Rats und des Auricher Kreistags einen neuen Stand eines Klinikkonzepts vor. Der Förderverein nimmt Stellung. „Vorhang zu und alle Fragen offen“  Wie befürchtet: Die Zentralklinik-Werbeveranstaltung am 24.04.2019 in der Emder A-Lasco-Bibliothek hat keine neuen Konzepte für die  Zukunft der stationären Gesundheitsversorgung in … Weiterlesen

Eine Zentralklinik schreibt massive Verluste

Über das  AGAPLESION Ev.Klinikum Schaumburg  haben wir auch auf dieser Seite schon mehrfach berichtet :    Denn in den Diskussionen um die Zukunft der Krankenhäuser in unserer Region wird diese Zentralklinik immer wieder als Vorbild und Vorzeigeobjekt  herangezogen. Aktuell werden aus dem Schaumburger Land hohe Verluste im ersten Betriebsjahr gemeldet : das Defizit in 2018, dem ersten Betriebsjahr nach der Eröffnung, beträgt 12 Mio €. Die Klinikgeschäftsführung hatte einen Verlust in einer solchen Höhe bei weitem nicht erwartet: In den Planungen war ein Anlaufverlust von ca 1 Mio für 2018 kalkuliert worden.

Die Schaumburger Nachrichten berichten am 5.4.2019 ausführlich über das unerwartet hohen Minus  und die Erklärungen zu  dieser Entwicklung seitens der Geschäftsführung:   „Katastrophales Ergebnis“: Klinikum schreibt 12 Millionen Euro Minus . Wir werfen  einen Blick auf die Entwicklung bei der „Vorzeigeklinik“  und erlauben uns auf dieser Basis eine Bewertung der Erwartungen und der  versprochenen Verbesserungen im Falle der Errichtung einer Zentralklinik hierzulande. 

1. Einige  Eckdaten zum Schaumburger Klinikum :

Das Klinikum Schaumburg ist als Zentralklinik nach etlichen Verzögerungen seit 2018 in Betrieb. Es versorgt als Klinik der Schwerpunktversorgung mit 437 Betten und derzeit (laut Betreiber)  15 Fachabteilungen  bei rund 1.000 Mitarbeitern (Mai 2018) den Landkreis Schaumburg (ca 160.000 Einwohner). Standort ist die Gemeinde Vehlen (ca 1.400 Ew). Das Klinikum hat drei Häuser der Grund- und Regelversorgung ersetzt : In der Stadt Rinteln (27.000 Ew, 11 km entfernt ), in Stadthagen (23.000 Ew, 12 km ) und in Bückeburg (20.000 Ew., 6 km) wurden die Häuser geschlossen. (Auto-Km, direkte Entfernungen sind kürzer  gute, Anbindung über A2, B65). Angrenzend an den Landkreis Schaumburg gibt es im Kreis Minden-Lübbecke (NRW) mit den Mühlenkreiskliniken an verschiedenen Standorten in und um  Minden  einen Klinikverbund der Maximalversorgung (von Vehlen ca 20 km bis Minden, ca 30 km bis Bad Oeynhausen) Weitere Oberzentren in Reichweite mit allen Angeboten der stationären Versorgung sind Hannover und der Raum Bielefeld (jew ca 60 km entfernt).

Das AGAPLESION EV. KLINIKUM SCHAUMBURG ist eine gemeinnützige Aktiengesellschaft, an der der AGAPLESION-Konzern, eine gemeinützige Aktiengesellschaft und Einrichtung der Diakonie zu 60%, die kirchliche Stiftung Krankenhaus Bethel zu Bückeburg zu 30% und der Landkreis Schaumburg zu 10% beteiligt sind. Der Agaplesion-Konzern   betreibt gemeinsam mit den jeweils beteiligten diakonischen Unternehmen bzw. kommunalen Trägern in ganz Deutschland mehr als 100 Einrichtungen, darunter 25 Krankenhäuser mit rund 6.300 Betten und über eine Million Patienten pro Jahr sowie 35 Wohn- und Pflegeeinrichtungen mit über 3.000 Betten in der Pflege und zusätzlich 800 betreute Wohnungen. AGAPLESION : Unternehmenszahlen auf Wikipedia

2. Aktuelle Situation

Bereits im ersten Halbjahr gab es ein deutlich über der Planung liegendes Minus –  in diesem Zeitraum fielen 2,5 Mio Verlust an. Im zweiten Halbjahr wuchs das Defizit drastisch auf einen Jahresfehlbetrag von  auf 12 Mio. an. Dafür macht die Geschäftsführerin Diana Fortmann auf der Ausgabenseite vor allem die Personalkosten verantwortlich. Ausserdem wurden Zusatzausgaben bei der Abwicklung der alten Standorte als Verursacher angesprochen, aber nicht näher erklärt. Auf der Einnahmenseite, so zeigen es die veröffentlichten Zahlen, wurden die geplanten Erlösziele 2018 deutlich verfehlt. Die absoluten Fallzahlen blieben mit 19.000 hinter der Plangröße von 20.000 zurück. Wirtschaftlich bedeutsam ist dabei, daß damit die angestrebten Fallschwere-Bewertungspunkte (case mix-Punkte) nicht erreicht wurden, an denen sich die Erstattungen durch die Krankenkassen bemessen. Das Krankenhaus hat nicht nur weniger Patienten behandelt als geplant. Es ist ihm dabei auch nicht gelungen, insgesamt einen hinreichenden Anteil vergleichsweise schwerer und dafür von den Kassen überdurchschnittlich honorierter Leistungen zu erbringen. Nach dem Fallschwere-Mix, der über alle Leistungen im Nachhinein gemittelt wird, und nicht nach der einzelnen real erbrachten Leistung, richtet sich aber die Vergütung. Überwiegen in der Behandlung einer Klinik leichtere bzw. ohne größeren technischen und personellen Aufwand zu erbringende Leistungen, so muss sie über die  Anzahl an Fällen an die Erlöse gelangen. Viele Standard-„Fälle“ der Grund- und Regelversorgung – z.B. in der  Notfallbehandlung, der Gynäkologie oder der Unfallchirurgie sind in dieser Hinsicht „leichte“ und für den Case Mix weniger einträgliche Fälle. Hingegen sind es die spezialisierten, mehr oder weniger hoch technisierten Zentren, in denen der  case mix nach oben getrieben werden kann – und die vom Klinikmanagement auch in Schaumburg gezielt als „cash cows“ eingeplant und aufgebaut wurden.

Erkennbar ist, daß die Leistungsangebote der neuen Klinik von den Patienten im Kreis nicht wie erwartet angenommen wurden. Ebenso aber auch, daß sie aufgrund personeller Engpässe teilweise gar nicht umgesetzt werden konnten:  „Auf manchen Stationen fehlen für einen Betrieb nach Plan weiterhin Fachkräfte, erklärt die Geschäftsführerin. So ist etwa eine von zwei Intensivstationen zur Gänze geschlossen und auch die zweite Intensivstation betreibt meist nur einen Teil der Betten. Grund dafür sind fehlende Intensivpfleger“.

In Vehlen ist damit eine paradoxe Situation eingetreten : Einerseits hat man mit dem Ziel einer Senkung von Personalkosten Personalabbau in größerem Ausmaß vorgenommen (60 Pflegefachkräfte  vor der Schließung der Altstandorte). Auch aktuell werden „zu hohe Personalkosten“ beklagt – dort soll weiter der Hebel angesetzt werden. Andererseits beklagt man das Fehlen von qualifiziertem Personal in der Pflege,  um die verfügbare Angebotspalette abzudecken. Auch Ärzte fehlen – und es  werden, wo möglich, teure Honorarkräfte eingekauft.

3. „Lehren aus Schaumburg“  Sind Verbesserungen und Vorteile durch eine Zentralklinik  zu erwarten ?

1. Obwohl in Schaumburg gegenüber den Angeboten an den drei Altstandorten sogar noch neue, spezialisierte Zentren hinzugekommen sind, ist das hochmoderne Haus in Vehlen kein Patientenmagnet – im Gegenteil.Vehlen hat gegenüber den drei geschlossenen Häusern sogar noch Fälle verloren. Eine modern ausgestattete Zentralklinik in Georgsheil würde nach den vorgestellten Planungen noch nicht einmal zusätzliche Abteilungen (also Schwerpunktversorgung)  bieten. Der Optimismus hiesiger Ärzte, allein durch die Größe ( geplant waren bis zur Streichung aus dem NDS Krankenhausplan 814 Betten) „komme niemand an uns vorbei“  ist reines Wunschdenken. In Schaumburg wurde das so geäußert :

(2014:) Der mittlerweile nicht mehr amtierende Geschäftsführer Rogge   „hat..ehrgeizige Ziele. Während seine Vorgänger jährlich rund 22 000 Behandlungen im neuen Gesamtklinikum in die Planungen einbezogen, um einen wirtschaftlichen Betrieb zu ermöglichen, will Rogge die Patientenzahl auf etwa 25 000 pro Jahr steigern. Derzeit liegt diese sogenannte Fallzahl in den drei einzelnen Krankenhäusern bei knapp 20 000. Rogge hält seine angepeilte Zahl aber für realistisch. Gut 8000 Behandlungen von Schaumburger Patienten würden außerhalb des Landkreises, etwa in Minden oder Hameln, vorgenommen, begründet er dies. Darin liege Potenzial. (SN vom 4.10.2014  )

2. Ein neues Krankenhaus wie Schaumburg, das sogar als Lehrkrankenhaus der Uni Münster firmiert, in einer ländlichen Region mit größeren Städten in mittlerer Reichweite,  zieht nicht schon deshalb  mehr Ärzte und Pflegepersonal an, weil es moderne Medizin bietet  und technisch auf dem neuesten Stand ist.  Alle deutschen Kliniken leiden unter dem extremen Personalnotstand :  keine ausgebildete Ärzte, keine Mitarbeiter für die Pflege.  Die Rechnung „aus 3 mach 1 , schon ist Personal verfügbar“, die es auch gesamtgesellschaftlich von „Gesundheitsexperten“ gibt : aus 2000 Kliniken mach 500, schon ist die Personalnot erledigt“, wird in Schaumburg ebenfalls ad absurdum geführt: Die Pflegekräfte sind aus Kostengründen abgebaut worden, niemand steht nun bei Fuß, um in Vehlen wieder einzusteigen. Jetzt, angesichts der roten Zahlen, wird sogar erneut von  „zuviel Personal“ als Hauptursache der Misere gesprochen. Das verdeutlicht: eine Zentralklinik – auch in Ostfriesland  – wird entgegen aller Propaganda ganz sicher nicht zu dem Zweck gebaut, Personalengpässe auf dem Gesundheitsmarkt besser zu schliessen als andere. Nein: Man will aktiv den Wettbewerb gegen die Häuser im Umland führen. In dem  dem von C.Eppmann einmal so genannten „Haifischbecken“  träumt man von der Rolle , dabei der dickste Fisch zu werden. Das ist ein destruktiver Kurs, ein Kampf um die Fälle  statt einer Kooperation über Kreisgrenzen hinweg im Sinne der sozialen Verpflichtung für die Daseinsvorsorge.

Von verbesserten Arbeitsbedingungen in der Pflege in einer Zentralklinik wurde angesichts der ungeschminkten Realitäten in den Häusern in AUR NOR EMD im Rahmen des „Gesundheitsdialogs Nordwest“ geträumt.  Starke Überlastung, keine Zeit, sich angemessen um die Patienten zu kümmern, Unmöglichkeit, die Tätigkeit über Jahre ohne gesundheitliche Schäden auszuüben, bei schlechter Bezahlung. So wurde der Ist-Zustand beschrieben. Aber : Ausgerechnet in einer Zentralklinik soll das besser werden ? Schaumburg weist in die entgegengesetzte Richtung: Dort gab und gibt es erhebliche Unruhe in der Belegschaft, weil die Geschäftsleitung viel zu wenig Personal zur Abdeckung der Aufgaben in der Planung vorsieht – und gegen Proteste stets auf den Umstand verweist, man sei „laut Plan“ nicht unterbesetzt.  Obendrein sind Zusagen hinsichtlich der Bezahlung beim  Start der Klinik mittlerweile Gegenstand von gerichtlichen Auseinandersetzungen : Mit dem Wechsel aus dem TVÖD in zweien der alten Häuser in den kirchlichen Tarif in der Zentralklinik Schaumburg gab es für die ehemaligen kommunalen Mitarbeiter Lohneinbußen. Trotz eines Überleitungstarifvertrages müssen deren Lohnanteile derzeit noch vor Gericht eingeklagt werden (siehe :  Mitarbeiter klagen nach Überleitungstarifvertrag )
Auf der anderen Seite versucht Agaplesion, die traditionell ungünstigeren Vertragsbedingungen des diakonischen Tarifs noch weiter zu Lasten der Mitarbeiter auszudehnen – aktuell mit einer 6-tTage Woche als Regelarbeitszeit und deutlich weniger Gehalt gegenüber dem TVÖD :
„Hier geht es um die Wurst“ (Schaumburger Wochenblatt März 2019).

3. In Schaumburg hat man einen „Leuchtturm“ auf den als „Patientenmarkt“ oder „Kernmarkt“ betrachteten Landkreis gesetzt. Das ist eine Vorgehensweise, die für ein privates Wirtschaftsunternehmen eine Strategie sein mag. Für eine Einrichtung der Gesundheitsversorgung ist es der falsche Weg. Die Geschäftsführung  stellt jetzt fest : Auf diesem Markt bleibt der Geschäftserfolg hinter den Erwartungen zurück. Das  Krankenhaus wurde als Wettbewerber zu den umliegenden Häusern in den Schaumburger Sumpf gesetzt – bleibt der Erfolg in diesem Wettbewerb  längerfristig  aus, so folgt die Schließung. Schlimmstenfalls des gesamten Standorts, bestenfalls einzelner Abteilungen. Was Erlöse abwirft, wird vielleicht am Ende – durch Agaplesion oder einen anderen Investor –  weitergeführt. Noch (!) gilt aber: „Agaplesion will trotz 12-Millionen-Minus nicht am Schaumburger Krankenhaus  rütteln : ‚Der Konzern steht zu diesem Haus‘ „, so lautete die Schlagzeile der Schaumburger Nachrichten vom 9.4.2019.

4. Die kommunalen Betreiber in Aurich und Emden, machen sich primär Sorgen um ihre Haushaltsdefizite und befassen sich vor allem aus diesem Grund mit „neuen Wege in der stationären Versorgung“. Ihnen wurden dazu – wie in Schaumburg – Wirtschaftspläne präsentiert, die nach beherrschbaren  „Anlaufverlusten“ bald schwarze Zahlen ausweisen. Wenn aber  Agaplesion für eine Klinik der Schwerpunktversorgung Anlaufverluste von 1 Mio pro Jahr erwartet, dann aber in 2 Jahren – davon eines nach vollzogenem Umzug ! – 20 Mio aufhäuft – wie seriös und wie belastbar ist dann eine Planung, die für eine Zentralklinik mit Grund- und Regelversorgung am nordwestlichsten Rand Deutschlands  Anlaufverluste „höher als 10 Mio“ pro Jahr für einen nicht exakt bestimmten Anfangszeitraum annimmt ? Von „zweistelligen Mio-Beträgen“  so hat Eppmann es (nach den Schaumburger Zahlen erstmals auch öffentlich)  gesagt, gehe er aus. Die Versicherung seiner Pressesprecherin, die Planzahlen, die dem Kreistag mitgeteilt wurden, seien  „mehr als Kafeesatzlesen“ spricht für sich. Was eine solche Entwicklung,  in Addition zur Schuldenaufnahme für die Finanzierung der Investitionsanteils der kommunalen Haushalte beim Bau der Zentralklinik, für Folgen nach sich ziehen würde,  will im Kreistag von den Unterstützern des Projekts niemand genau wissen – ein Skandal.

5. Wo ist in der Auseinandersetzung  eigentlich die Daseinsvorsorge und die ausreichende  stationäre Versorgung kranker Menschen vorgekommen ? Sie ist – sofern sie überhaupt noch zur Sprache kommt – zur reinen Floskel verkommen. In der praktischen Politik unserer Gremien und der Klinikmanager in Schaumburg und Südbrookmerland  ist sie leider nicht Leitschnur, sondern bestenfalls Berufungsgröße.

Zukunftsperspektiven für die Norder UEK?

Ein erfreuliches Bekenntnis zur Zukunft der multimodalen Schmerzstation an der UEK  in Norden gab Geschäftsführerin Astrid Gesang in der letzten Woche ab. Der Förderverein nimmt dazu Stellung. Der Förderverein der UEK am Standort Norden begrüßt das Bekenntnis der Geschäftsführung der Trägergesellschaft zur multimodalen Schmerzstation am Standort Norden. Es ist wichtig, dass die Trägergesellschaft nicht immer … Weiterlesen

Warum werden klare Zahlen aus Hannover von Geschäftsführung und Politik verdreht?

Stellungnahme des Fördervereins für die UEK am Standort Norden zu den Erklärungen von Wiard Siebels und Claus Eppmann

Claus Eppmann und Wiard Siebels bringen in den Pressemitteilungen nur Halbwahrheiten, um sich selbst aus der Schusslinie zu bringen. Der Förderverein für die UEK am Standort Norden fordert deshalb die Presse auf, die Original-Zahlen der Landesregierung zu veröffentlichen, die diese als Antwort auf die kleine Anfrage der Grünen im niedersächsischen Landtag herausgegeben hat.

Drucksache 18/3118: Antwort des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung namens der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Abgeordneten Meta Janssen-Kucz (Grüne) Welche Fördermittel hat die UEK Aurich/ Norden erhalten“

Zweck der Pauschalförderung ist die Wiederbeschaffung und kleine bauliche Maßnahmen bis zu einem Wert von 300 000,- €,  sie wird ohne Antrag jährlich vom Land Niedersachsen allen Krankenhäusern vor allem nach Maßgabe der Bettenzahl erteilt.

Investitionsförderung muss für konkrete Projekte beantragt werden.

Der Förderverein zieht aus den Daten der Landesregierung folgende Schlüsse:

Für den Standort Norden ist das letzte Mal im Jahre 2005 ein Investitionszuschuss beantragt worden, dieser stand im Zusammenhang mit der Schließung der Gynäkologie und Geburtshilfe in Norden. Daran ist zu erkennen, dass seit vielen Jahren und auch heute noch der Krankenhausstandort Norden heruntergefahren wird.

Auch die aktuelle Geschäftsführung hat kaum (für Aurich 750.000,-€ für die Errichtung eines kreißsaalnahen Kaiserschnitt-OP; für Norden: keine !!) Investitionsförderung beantragt. Quasi alle umliegenden Krankenhäuser wurden  dagegen laufend zusätzlich zu den laufenden Pauschalförderungen in zweitstelliger Millionenhöhe durch Investitionförderungen unterstützt  (bewilligte Investitionsförderung zwischen 2011 und 2018 z.B: Sanderbusch: 20 Mio €, Klinikum Leer mit Borkum: 7,6 Mio €, Wittmund: 7 Mio €, Borromäus Leer 18 Mio €).

Jahresinvestitionsprogramme für Krankenhäuser Niedersachsen (Sozialministeriums NDS) , dort bis 2016 ausgewiesen, für 2017/2018 siehe aktuelle Daten auf unserer Seite „Wissenswertes/Hintergrund“ zu  Krankenhausförderung in Niedersachsen

Obwohl die Politik vor dem Bürgerentscheid 2017 versprochen hatte, von einer Zentralklinik in Georgsheil Abstand zu nehmen, wenn dieser in einer Kommune gegen die Zentralklinik ausgehen sollte – wie in Emden geschehen -, liegt der Geschäftsführung offensichtlich nichts an einer Werterhaltung oder -verbesserung der bestehenden Standorte.

Die jetzt von Geschäftsführer Claus Eppmann eingestandenen Versäumnisse ausschließlich dem vorherigen Geschäftsführer anzulasten,ist  unredlich.

Der Förderverein sieht die Verantwortung neben der ehemaligen und der aktuellen Geschäftsführung auch in der Politik, und zwar insbesondere beim ehemaligen Krankenhausdezernenten und jetzigen Landrat des Landkreises, Harm-Uwe Weber und beim Aufsichtsrat der UEK, der sich aus Kreistagsabgeordneten entsprechend dem Parteienproporz zusammensetzt.

Der Förderverein fordert die Geschäftsführung und den Kreistag auf, zu veröffentlichen, in welche Maßnahmen die Pauschalförderung insbesondere für den UEK-Standort Norden in den letzten 10 Jahren konkret geflossen sind und wie sich die vom Geschäftsführer jetzt in den Raum gestellte  Summe für Modernisierungsaufwendungen in Norden im Einzelnen zusammensetzen soll.

Die Aussage von Claus Eppmann, es seien wesentliche Anteile des Bredehorst-Gutachtens umgesetzt worden, trifft auf den Standort Norden nicht zu. Zielsetzung des Gutachtens war vor allem eine Stärkung und Sicherung der Standorte Norden UND Aurich. Im Gegensatz dazu ist die Zielsetzung des Landrates und der Geschäftsführung die Schließung der Standorte zugunsten einer Zentralklinik.

Eppmann beklagt  immer wieder, dass die Mitarbeiter der Krankenhäuser verunsichert sind. Diese Verunsicherung geht auf seinen eigenen Kurs zurück. Er  hätte sie selbst bereits 2017  dadurch aus der Welt schaffen können, daß er nach dem Bürgerentscheid ein klares Konzept zur Erhaltung der drei Krankenhäuser Emden, Norden und Aurich vorgelegt hätte.

Nachlese zur Filmvorführung „Der marktgerechte Patient“ in Norden

„Seit der Umstellung der Krankenhausfinanzierung auf sogenannte Fallpauschalen steht für deutsche Klinken nicht mehr der kranke Mensch, sondern der Erlös aus seiner Behandlung im Vordergrund. Der Film deckt die gefährlichen Auswirkungen dieser Ökonomisierung auf Patienten und Klinikbeschäftigte auf“   Rund 30 Gäste und Mitglieder des Fördervereins trafen sich am 19.02. im Mittelhaus in Norden , … Weiterlesen

Landratskandidat Olaf Meinen beim Förderverein

Nach einer Gesprächsrunde mit Bernd Iken im Januar hatten wir am 6.2. mit Olaf Meinen einen weiteren Land-ratskandidaten zu einem öffentlichen Treffen eingeladen. Im Verlauf der über zweistündigen, engagierten Diskussion ließ Olaf Meinen zwar in etlichen Punkten eine gemeinsame Sicht auf die Problemfelder der stationären und ambulanten Gesundheitsversorgung in unserer Region erkennen. Bei der Bewertung … Weiterlesen

Landratskandidat Bernd Iken zu Gast beim Förderverein

Der Bewerber um das Amt des Landrates, Bernd Iken (re, im Bild)  war der Einladung des Fördervereins der UEK am Standort Norden e.V. gefolgt und stellte sich in Norden Bürgern und Vereinsmitgliedern vor. Bernd Iken spricht sich für den Fortbestand der zwei Kliniken in Aurich und Norden aus und kommt damit den Wünschen und Vorstellungen … Weiterlesen

Gesundheitsdialog Nordwest : Politik läßt Krankenhäuser sterben – Inszenierte Podiumsdiskussion statt „Bürgerdialog“

Am 9.1.19   startete die Trägergesellschaft  Kliniken AUR-EMD-NOR in der Emder A Lasco-Bibliothek mit einer öffentlichen Podiumsdiskussion den „Gesundheitsdialog Nordwest“. Damit erfüllt sie nach eigenen Angaben einen Auftrag der politischen Gremien, im Zuge des „Nicht aus dem Augen-Verlierens einer Zentralklinik“  Themenfelder wie Notfallversorgung, Erreichbarkeit und Nachnutzung  öffentlich, unter Beteiligung der Bürger, in Form von Podiumsdiskussionen und … Weiterlesen

Leer investiert – Zentralkliniker träumen

Erfreuliche Nachrichten aus Leer : „Während andernorts die Verringerung eines Millionendefizits bejubelt wird, bauen wir neu mit Geld aus der eigenen Kasse“. Mit einem so selbstbewußten statement  konnte der Leeraner Landrat Groote in seinem Jahresrückblick 2018 zurecht punkten. Seine Bemerkung macht aber auch deutlich, wie Politik und Klinikmanagement  der Nachbarkreise das gesundheitspolitische Treiben im Landkreis … Weiterlesen