
In der Sitzung des erweiterten Vorstandes am 31.08.2021 konnten die Anwesenden eine erfreuliche Quote an Antwortschreiben auf unsere Anfrage feststellen. Von 44 angefragten Kandidaten für den nächsten Kreistag haben uns insgesamt 19 ihre Antworten zukommen lassen. Wir dokumentieren die Antworten hier (dazu die PDF bitte öffnen)
Von Seiten des Fördervereins möchten wir zu einer ganze Reihe von Punkten gern weiter informieren und mit den Kandidaten ins Gespräch kommen (bzw. es fortsetzen):
Am 12.September 2021 wählen die Bürger des Landkreises Aurich ihre neuen Kreistagsabgeordneten. An die Kandidat*innen für den Kreistag aus dem Norderland hat der Förderverein jetzt ein Schreiben mit Fragen zur Zukunft der Gesundheitsversorgung in Norden und der umliegenden Region geschickt. Wir dokumentieren dieses Schreiben auch hier und werden über die Antworten in den kommenden Wochen berichten. Ihre / Eure Statements zu den Fragen sind selbstverständlich auch hier willkommen – sei es direkt übr einen Kommentar hier oder über unsere Mailadresse info@foerderverein-uek-norden.de
Wer mit dem Förderverein in Kontakt treten möchte, kann das ebenfalls über die Mailadresse tun – wir melden uns ! Gelegenheit dazu bieten auch unsere nächsten nächsten öffentlichen Treffen im Mittelhaus in Norden.
Unser Schreiben :

Es ist schon wieder über ein Jahr her, seit mit Axel Schoenian und Helmut Hagemeister zwei Vertreter des Fördervereins sowohl im Rahmen des Krankenhaus- und Heimausschusses als auch im Kreistag wiederholt nach der geplanten Zukunft der Notfallversorgung gefragt hatten : und zwar sowohl auf dem Weg zu einer Zentralklinik als auch dann, wenn die derzeitigen Klinikstandorte wie geplant wegfallen.
Der Förderverein hatte im Mai 2019 hier über Ideen der Klinik-Trägergesellschaft zur Gestaltung der Notfallversorgung berichtet. Dabei ging es sowohl um den Zeitraum bis zur beabsichtigten Ablösung der drei bestehenden Krankenhäuser durch eine Zentralklinik als auch um die Zeit nach dem Wegfall der bestehenden Krankenhäuser. Die Ideen waren vor dem zweiten Emder Bürgerentscheid vorgestellt worden, in dem den Emdern eine 7*24-Notfallversorgung vor Ort auch bei Wegfall des Krankenhauses versprochen wurde. Für Norden und Aurich war eine entsprechende Sicherung der Notfallversorgung angedacht worden. 2020 sollte es losgehen, eine Art Modellprojekt wurde angekündigt für eine integrierte Notfallversorgung (also als gemeinsames Angebot der KV mit ihren Bereitschaftsdiensten und den drei Kliniken mit ihren Zentralen Notaufnahmen ) .
Konkretes Konzept für die Zukunft der stationären Krankenversorgung in Norden gefordert
Auf der jüngsten Mitgliederversammlung des Fördervereins der UEK am Standort Norden e.V. wurde ein neuer Vorstand gewählt. Erster Vorsitzender ist jetzt Dr.med. Axel Schönian (bisher 2. Vorsitzender), als zweite Vorsitzende neu im Vorstand ist Hanna Hagen, ehemalige Pflegeleiterin und Mitbegründerin der Palliativstation Norden. Schriftführerin bleibt Angelike Stockinger-Sürth, für die Finanzen bleibt weiter Rena Hüls zuständig. Der bisherige erste Vorsitzende, Jürgen Wieckmann, scheidet aus dem Vorstand des Vereins aus.
Im voll besetzen großen Saal des Mittelhauses begrüßte der Förderverein als Gastreferenten Prof Karl Wehkamp aus Bremen, bekannt durch aktuelle Berichte in TV und Presse (Stern-Ärzteappell „Medizin vor Profit“) und durch seine Studie „Medizin zwischen Patientenwohl und Ökonomisierung“.
Wehkamp, der lange Zeit Vorstandsmitglied der Akademie für Ethik in der Medizin war hat als Berater Krankenhäuser und Klinikverbünde in ganz Deutschland von innen kennengelernt.
Von wegen „alternativlos“.. Selbstverständlich geht Zentralisierung und moderne Medizin in ländlichen Regionen auch anders – nämlich mit Erhalten der Klinikstandorte und der daran gebundenen ärztlichen Infrastruktur in kleineren Städten. Wie machen die das? Der Förderverein lädt ein zur Informationsveranstaltung mit Diskussion:
„EIN Zentralklinikum an DREI Standorten –
wie es andere machen und Erfolg haben“
Referent : Prof. Karl Wehkamp, Bremen
Montag, den 14.Oktober um 19 Uhr im Mittelhaus in Norden
Wiederholte mehrwöchentliche Schließung der OP-Bereitschaft an Wochenenden , Einschränkungen der Laborbereitschaft, Stationsschließungen, temporäre Umwandung einer psychiatrischen Station in eine Tagesklinik im April – die Meldungen über gravierende Engpässe an der Norder UEK reißen nicht ab. Mittlerweile ist eine existenziell kritische Personalsituation – sowohl im ärztlichen als auch pflegerischen Bereich – für einen ordnungsgemäßen Betrieb des Krankenhauses eingetreten. Unabhängig von der grundsätzlichen Entscheidung über die Zukunft der Krankenhäuser in Emden, Aurich und Norden, von politischen Weichenstellungen nach dem Emder Bürgerentscheid und den Landratswahlen im Landkreis Aurich stellt sich deshalb für Mitglieder und Freunde des Fördervereins die Frage : Wie soll und wie kann es in den nächsten Jahren weitergehen mit der stationären Gesundheitsversorgung in Norden ?
Steht der Patient tatsächlich mit seinen gesundheitlichen Interessen im Mittelpunkt, wenn er ins Krankenhaus aufgenommen, dort behandelt und wieder entlassen wird? Ist der zu beobachtende fortwährende Anstieg der Fallzahlen und der Komplexitätsgrade der Erkrankungen ausschließlich auf medizinischen Bedarf zurückzuführen? Entspricht die Ausrichtung der Kliniken den gesundheitlichen Bedürfnissen der Bevölkerung? Oder sind diese Entwicklungen Ausdruck eines „Ökonomisierungsprozesses“, der medizinische Indikationen zunehmend mit wirtschaftlichen Interessen vermengt? Verändern die Finanzierungs- und Steuerungskonzepte des Gesundheitssystems auch die Inhalte und den Charakter der Medizin und der Krankenhäuser?