In einer Pressemitteilung vom 12.05.2018 erinnert der Norder Bürgermeister Heiko Schmelzle nicht nur an die eminent wichtige Funktion, die eine stationäre Gesundheitversorgung am Standort Norden für die hiesige Bevölkerung und auch für den Tourismus in Norden und der umliegenden Küstenregion hat. Er kritisiert auch, daß die aktuell vorgestellten Pläne für eine Regionalklinik de facto eine krankenhausgestützte Notfallversorgung ohne ein Krankenhaus vorsehen – und damit absehbar zu erheblichen Versorgungsengpässen in der Notfallversorgung führen müßten. Der Förderverein veröffentlicht die Presseerklärung anbei :
Jahr: 2018
Fragen an Landrat Weber – offener Brief des Födervereins
Im Zuge der Norder Ratssitzung am 25.04. haben Landrat Weber, Klinikgeschäftsführer Eppmann und der ärztliche Direktor der UEK , Dr. Held , für die Fortsetzung der Zentralisierungspläne für die stationäre Versorgung in der Region geworben und dazu die Idee einer „Regionalklinik“ vorgestellt, die anstelle der geschlossenen UEK-Häuser in Norden und Aurich treten würde. Für die anwesenden Bürger, darunter auch etliche Mitglieder und Freunde des Fördervereins, war es leider nicht ohne Weiteres möglich, dem Landrat als dem politisch Verantwortlichem für die Gesundheitspolitik im Landkreis Aurich im Rahmen der Einwohnerfragestunde ihre Fragen direkt zu stellen. Um sie dennoch beantwortet zu bekommen, hat der Förderverein sie Herrn Weber nun in Form eines offenen Briefes gestellt. Dieser ist im Folgenden dokumentiert.
Zentralisierung? Lehren aus Schaumburg ..
Personalnot am Klinikum Schaumburg?
Ein lesenswerter Zeitungsbericht aus den „Schaumburger Nachrichten“ zur aktuellen Personalsituation (Stand Februar 2018) in der dort frisch in Betrieb genommenen Zentralklinik in Obernkirchen. Dieses Haus mit 437 Betten – zuständig für die medizinische Grundversorgung im Landkreis Schaumburg – wird bekanntlich vom privaten Betreiber Agaplesion geführt, einer gemeinnützigen Aktiengesellschaft, deren Gesellschafter verschiedene Unternehmen vorwiegend aus der Diakonie sind und die sich als „Einrichtung der evangelischen Kirche“ versteht. Sie betreibt in ganz Deutschland Krankenhäuser und Einrichtungen der Altenpflege.
„Regionalklinik“ – Was soll das?
Eine Stellungnahme von Mitgliedern des Fördervereins zu den vorgestellten Plänen für eine Regionalklinik
Seit dem Bürgerentscheid im Juni 2017 sollte der Plan zum Neubau einer Zentralklinik in Georgsheil eigentlich vom Tisch sein. Von der Geschäftsführung wurde ein Konzept im Sinne einer Verbundlösung für alle drei ostfriesischen Kliniken, Emden Aurich Norden, erwartet.
Nach zehn monatiger Planung verkündet die hoch bezahlte Geschäftsführung das überraschende Ergebnis ihrer intensiven Arbeit: im Wesentlichen bleibt alles beim Alten, die UEK in Aurich und Norden wird dicht gemacht, das Krankenhaus Emden soll verkleinert werden.
Ärzteverein Norder Land zur Zukunft der stationären Versorgung – Brief an Weber
Den nachfolgend dokumentierten offenen Brief hat der Ärzteverein Norder Land in der vergangenen Woche an Landrat Harm-Uwe Weber gerichtet. Der Förderverein dankt dem Ärzteverein Norder Land für diese sehr klare und deutliche Darstellung der Abhängigkeiten und Voraussetzungen einer funktionierenden stationären Grundversorgung in unserer Region und schließt sich den Forderungen an den Landrat an.
Protest gegen die nichtöffentliche Informationsveranstaltung zur Zukunft der Kliniken
Zu einer spontan anberaumten Protestkundgebung trafen sich am Freitag rund 60 Bürger – vorwiegend aus dem Norder Bereich – an der KVHS in Aurich. Dort sollte – in nichtöffentlicher Sitzung – dem Kreistag des Landkreises Aurich und dem Emder Rat das „Zukunftskonzept“ der Trägergesellschaft für die drei Kliniken in Aurich, Norden und Emden vorgestellt werden. Mitglieder des Fördervereins hatten den Protest vorbereitet, vor Ort wurde die Aktion vom Aktionsbündnis zum Erhalt der wohnortnahen Krankenhäuser unterstützt.
„Nichtöffentliche Vorstellung der Krankenhauspläne? So geht es nicht!“
– unter diesem Motto richtete sich der Protest gegen die Schließungspläne für das Norder Krankenhaus („Norden nicht ohne mein Krankenhaus“ – „Zukunft in Norden : 7×24 in die Röhre gucken?“) und gegen die immer unverhohlener propagierte Fortsetzung der Zentralisierungspläne. Mit der Parole „Spiel auf Zeit – wir sind es leid“ wurde das Vorgehen von Politik und Trägergesellschaft seit dem Bürgerentscheid vor fast einem Jahr angegriffen, die statt der Schaffung einer wirklichen Verbundlösung in Aurich, Norden und Emden hinter den Kulissen unbeirrt weiter auf Zentralklinikkurs fahren.
Nichtöffentliche Vorstellung der Krankenhauspläne? So geht es nicht!
Am Freitag, den 13. April sollen der Auricher Kreistag und der Emder Rat in nicht-öffentlicher Sitzung über die Pläne der Trägergesellschaft zur Zukunft der drei Krankenhäuser in Aurich, Norden und Emden informiert werden. Diese Veranstaltung stellt einen unglaublichen Affront gegen die Bürger und gegen ihre gewählten Vertreter dar:
- Den für die Gesundheitspolitik in der Region zuständigen Gremien soll ganze 10 Monate nach dem Aus für die Zentralklinik erstmals ein Konzept für die zukünftige Ausrichtung der Kliniken vorgestellt werden – im Rahmen einer Informationsveranstaltung!
Norder FDP: mit Falschmeldungen gegen das Norder Krankenhaus?
Förderverein der UEK Norden weist sachlich falsche Kritik der FDP zurück
Die FDP Norden hat den Förderverein der UEK am Standort Norden im Ostfriesischen Kurier vom 14.03.2018 „scharf kritisiert“ und ihm „Stimmungsmache“ vorgeworfen.
Ein Hauptargument der FDP ist dabei, dass im Krankenhaus Norden zu wenig Knieoperationen durchgeführt würden. Der GBA (Gemeinsamer Bundesausschuss) fordere eine Mindestzahl von 50 Knie-Operationen, tatsächlich seien in Norden lediglich 17 Operationen durchgeführt worden.
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Diese Argumentation ist noch nicht einmal die halbe Wahrheit – letztlich handelt es sich durch Vereinfachung und Verfälschung um eine Falschmeldung.
Der Gemeinsame Bundesausschuss hat für 8 hochspezialisierte Krankenhausleistungen jährliche Mindestmengen festgelegt, unter anderem Nierentransplantation und Lebertransplantation. Die relevanteste dieser Leistungen für Ostfriesland ist die Mindestmenge für Gelenkprothesen am Knie mit 50 Stk./Jahr in dem betreffenden Krankenhaus (s. Mindestmengenregelung des G-BA ). Außer Knieprothesen gibt es jedoch viele weitere Knie-Operationen, die an jedem Krankenhaus und auch in Praxen ohne Mindestmengen-Vorgaben durchgeführt werden können, z.B. Gelenkspiegelungen, Eingriffe am Meniskus, Kreuzbandersatz oder Operation einer Kniescheibenfraktur. Diese Operationen sind also selbstverständlich auch in Norden möglich.
Falls es auf Dauer einen Klinikverbund der Krankenhäuser Norden, Emden und Aurich gibt, sollten sicher nur an einem dieser Standorte Kniegelenkprothesen implantiert werden. Das Bredehorst-Gutachten, in dem es 2013 um die Krankenhäuser Norden und Aurich ging, hatte übrigens empfohlen, die Endoprothetik – also auch die Kniegelenk-Prothesen-Implantation – in das Norder Krankenhaus zu verlagern. Das ist leider vom Landkreis Aurich bzw. der Geschäftsführung nie umgesetzt worden.
Im Krankenhaus Norden gibt es derzeit noch zwei Operateure (also Ärzte, die eigenverantwortlich operieren, in der Regel Chef- oder Oberärzte), die bis heute hervorragende Leistungen erbringen. Eine weitere Planstelle wird von der Verwaltung seit Jahren nicht besetzt. Der letzte Arzt auf dieser 3. Stelle hat übrigens ausschließlich Knochen- und Gelenkeingriffe gemacht!
Im Gegensatz dazu gibt es in der UEK Aurich 10 Operateure – siehe Website der UEK!!
Seit Jahren werden drastische Kürzungen im Krankenhaus Norden durchgeführt, Strukturen im Krankenhaus Aurich werden deutlich weniger beschnitten und im Zweifelsfall aufgebaut.
Als Beispiele für die letzten Kürzungen in Norden sei angeführt:
In den letzten Wochen wurden in Norden trotz guter Belegung 2 Stationen geschlossen (die Aufnahmestation 9 und die Kinderstation). Dies heißt insbesondere, dass das Personal reduziert wird, der Platz ist natürlich noch vorhanden. Der Druck auf das Personal nimmt also weiter zu. Das Labor im Krankenhaus Norden ist seit kurzem nachts nicht mehr personell besetzt – ein eingeschränktes Labor kann dann an Automaten durchgeführt werden.
Die FDP übernimmt mit der unrichtigen Darstellung über Knieoperationen im Prinzip die Strategie der Geschäftsführung der Trägergesellschaft, also insbesondere von Herrn Claus Eppmann:
Zum einen wird das Krankenhaus Norden schlecht geredet, es werden ihm Kompetenzen abgesprochen, die tatsächlich vorhanden sind. Positive Informationen über das Krankenhaus Norden werden auch von der Geschäftsführung seit Jahren nicht veröffentlicht. Die Bevölkerung soll offensichtlich von dem eigenen Krankenhaus entfremdet werden.
Zum anderen wird versucht, die Akteure, die sich für den Erhalt des Norder Krankenhauses einsetzen, mundtot zu machen und ihnen die Qualifikation abzusprechen.
Aus Sicht des Fördervereins sollten die politischen Parteien im Altkreis Norden sich gemeinsam für das Norder Krankenhaus einsetzen – gerade in der jetzigen Situation, in der offensichtlich kein Krankenhaus nach Georgsheil kommt und die Geschäftsführung der Trägergesellschaft eine Schließung des Krankenhauses Norden in 2025 plant. Vom Zaun gebrochene Streitereien unter den politischen Parteien, die insbesondere der eigenen Profilierung dienen, hält der Förderverein für unangemessen.
Drohende UEK-Schließung in Norden: Bürger sehen Lokalpolitiker in der Pflicht
Pressemitteilung des Fördervereins der Ubbo-Emmius-Klinik am Standort Norden e.V.
7.3.2018: Förderverein erwartet, daß angesichts der absehbaren Folgen einer Schließung alle Parteien für das Norder Krankenhaus aktiv werden
Das gestrige Treffen des Fördervereins zum Erhalt der UEK am Standort Norden fand erneut unter reger öffentlicher Beteiligung statt. Auf großes Unverständnis ist die Ablehnung des Antrags an den Norder Rat gestoßen, eine Abschätzung der sozialen und wirtschaftlichen Folgen einer möglichen Schließung der UEK durchführen zu lassen. Zweifellos sei mit erheblichen Folgen für Norden und die Region zu rechnen, wenn bei etwas über 10.000 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Norden bis zu 3.000 im Gesundheitssektor oder direkt damit verbundenen Bereichen tätig sind. Mit Seitenblick auf die in Emden drohenden Arbeitsplatzverluste im Schiffbau bei TKMS und die vielen Aktivitäten der dortigen Politik zu diesem Thema wurde die Erwartung geäußert, daß auch in Norden die Politik ihre Zurückhaltung in einer so bedeutenden Frage wie dem drohenden Verlust des Krankenhauses aufgibt . Der Förderverein bat den Bürgermeister, hierzu einen Dialog mit allen Norder Parteien aufzunehmen mit der Zielsetzung, eine valide Folgeabschätzung auf den Weg zu bringen und Wege zu suchen, den Krankenhausstandort Norden zu erhalten.
Vorerst keine Folgenabschätzung einer möglichen UEK-Schließung
Förderverein verwundert über Ablehnung des Antrags auf Folgenabschätzung einer UEK-Schließung
Der Förderverein zum Erhalt der UEK am Standort Norden bedauert die mehrheitliche Ablehnung seines Antrags an die Stadt Norden durch SPD und FDP. In dem Antrag sollten die Auswirkungen einer möglichen Schließung der UEK Norden auf Stadt und Region begutachtet werden.
Wie in der Begründung des Antrags beschrieben, sind bei einer Schließung auf Grund der medizinischen und wirtschaftlichen Bedeutung der Klinik für die Region erhebliche soziale und wirtschaftliche Folgen zu befürchten. Im Rahmen der Konzepterstellung für eine zukünftige Lösung für die drei Kliniken durch die Trägergesellschaft werden solche Auswirkungen nicht betrachtet. Nach Einschätzung des Fördervereins wurde nach dem Ausgang des Bürgerentscheides bisher zu wenig unternommen, um Klarheit über mögliche Folgen für Norden und sein Umland zu gewinnen.
Der Förderverein wird sich auch zukünftig aktiv dafür einsetzen, daß entsprechende Vorstöße aus der Norder Bürgerschaft ernstgenommen und verfolgt werden und daß das Thema „Zukunft der stationären Gesundheitsversorgung“ in den politischen Gremien vor Ort gebührend behandelt wird.
Zum nächsten öffentlichen Treffen lädt der Förderverein für Di, den 06.03., 19.30 ins Mittelhaus Norden ein.