Förderverein beantragt Folgenabschätzung einer Schließung der Norder UEK

Pressemitteilung des Fördervereins der Ubbo-Emmius-Klinik am Standort Norden e.V.

25.08 2018: Bürger in Norden wollen sich nicht mit Schließungsplänen abfinden

Förderverein berät Maßnahmen zur Gegenwehr

Das  zweite Treffen des Fördervereins zum Erhalt der UEK am Standort Norden nach der Vorstellung der Schließungspläne für das Norder Krankenhaus fand wieder unter reger öffentlicher Beteiligung  statt.  Fazit des Treffens : Die Bürger aus Norden und dem Umland wollen sich keinesfalls mit den Schließungsplänen abfinden und planen  Maßnahmen zur Gegenwehr. 

Das Modell „Zentralklinik“ wurde  im  Bürgerentscheid abgelehnt. Jetzt erwarten die  Bürger den Erhalt aller drei Standorte im  Rahmen einer Verbundlösung . Dabei muß die stationäre Grund- und Regelversorgung (mindestens mit chirurgischer und internistischer Abteilung) sowie eine  Notfallversorgung rund um die Uhr in allen drei Städten langfristig erhalten werden.

Die von Claus  Eppmann vorgetragenen Pläne sehen dagegen vor, mit Norden  einen  ganzen  Standort aus dem Verbund herausfallen zu lassen. Wie er selbst erklärte, lagen dieser  Richtungsentscheidung weder  Prüfungen  der wirtschaftlichen Grundlagen noch  Betrachtungen  der Patientenströme zugrunde. Daß er sie trotzdem in dieser Form bereits als „Grobkonzept“ vorgestellt hat, ist nur dadurch erklärbar, daß es eine entsprechende politische Vorabfestlegung  seiner Gesellschafter – des LK Aurich und der Stadt Emden – gibt. Allein mit Blick auf den Beitrag des Norder Hauses zu den Gesamtverlusten der UEK (maximal  15%)  und auf die   Patienten – und Bevölkerungsstruktur im Einzugsbereich ist die Schließung ausgerechnet dieses Hauses  ansonsten nicht erklärbar.

Währenddessen  ist rund um die Norder UEK eine immer weiter  fortschreitende  schleichende Erosion zu beobachten. Bei  der  stattfindenden  Ausrichtung von  Zentren innerhalb der UEK verliert der Standort Norden wie seit vielen Jahren  immer weiter an Gewicht. Die  Perspektiven der hier tätigen Ärzte und Pflegekräfte verschlechtern sich zusehends. Viele, gerade junge  Mitarbeiter orientieren sich weg zu anderen Arbeitgebern. Seit Jahren fließen keine Fördermittel des Landes mehr, da man im Vorgriff auf die Zentralklinik auf einen Plan B (wie Bestandssicherung) verzichten wollte.

Vor diesem Hintergrund erwarten Förderverein und Bürger in Norden, daß die Norder Parteien und Gremien  selbst eindeutige Maßstäbe für eine Verbundlösung unter Einschluß des Norder Krankenhauses  in Richtung Aurich und Emden setzen.  Ein Verbund, in dem die  Norder UEK   als Konkursmasse geopfert wird, kann für Norden keine Perspektive sein.

Der Förderverein hat deshalb  den Antrag an die Stadt Norden gestellt, zu prüfen, welche konkreten Folgen eine Schließung des Krankenhauses hätte. Insbesondere geht es um die Auswirkungen für ältere und sozial schwache Bürgerinnen und Bürger, um die regionale Wirtschaft, insbesondere die Arbeitsplätze sowie den Status der Stadt Norden als  Mittelzentrum. Auch die zu erwartende Veränderung der Steuereinnahmen der Stadt soll untersucht  werden. Der Antrag wurde dem Bürgermeister in der  Erwartungen zukommen lassen, ihn noch  in die bevorstehenden Haushaltsberatungen einzubringen.

Der Förderverein plant weitere Aktionen und ruft alle Norder und betroffenen Bürger aus dem Umland , die nicht mit den geplanten  Einschränkungen der stationären Versorgung in der gesamten Region durch eine Neuauflage der Zentralklinikpläne  einverstanden sind,  sich aktiv an der Vorbereitung und Umsetzung von Protestaktionen zu beteiligen!

Zum nächsten öffentlichen Treffen lädt der Förderverein  am Di   06.03.  um 19:30 wieder ins  Mittelhaus in Norden ein. Alle interessierten Bürger sind dabei  herzlich willkommen.

 

Gespräch mit Matthias Arends

Gespräch des Fördervereins mit Matthias Arends (SPD) am 16.02.2018

Der Förderverein sprach letzte Woche mit dem Landtagsabgeordneten Matthias Arends, in dessen Wahlbereich gleich zwei der von der Umstrukturierung betroffenen Krankenhäuser liegen; Emden und Norden.

Der Vereinsvorstand  trug Herrn Arends eine Einschätzung vor, was zu erwarten wäre, wenn die Betriebsstätte der UEK in Norden geschlossen werden sollte. Seit Übernahme durch den Landkreis wurde das Norder Krankenhaus sukzessive abgebaut. Unbestritten war auch, daß das Krankenhaus in Norden über die bessere Bausubstanz verfügt, sowie ein geringeres Defizit vorzuweisen hat. Durch die durchweg gute Belegung ist eigentlich bewiesen, dass das Haus dringend gebraucht wird. Wohin gehen Sie denn, wenn das Kind abends in die geschlossene Balkontür läuft und aus einer große Kopfplatzwunde blutet oder sie mit dem Fuß umgeknickt sind und vielleicht ein Knochenbruch vorliegt? Die Chirurgen im MVZ sind abends nicht erreichbar, der kassenärztliche Bereitschaftsdienst muss über 116117 kontaktiert werden und ist vielleicht gerade anderswo im Einsatz. Bei fehlendem Krankenhaus entfällt die Notfallambulanz mit Chirurgen und Röntgen vor Ort. (siehe Schaubild unten). Im Altkreis Norden wäre  demnach abends keine chirurgische Hilfe mehr gewährleistet! Es würden Fahrten von über 20 km zum nächstgelegenen Krankenhaus anfallen. Auch diese Bedenken wurden dem SPD-Landtagsabgeordneten vorgebracht, sowie, dass man die angekündigte Bürgerbeteiligung vermisse (was zwischenzeitlich offensichtlich durch eine 2-Wochen-Online-Umfrage wettgemacht werden soll). Der Auftrag der Politik an die Trägergesellschaft – eine „Verbundlösung“ zu schaffen – beinhaltet den Erhalt aller drei Standorte !  Die von Eppmann unter dem hochtrabenden Titel „Zukunftslösung für einen Klinikverbund“ vorgetragenen Absichtserklärungen, nach denen er den Standort Norden aufgeben will, haben mit einem „Klinikverbund“ nichts zu tun und sind völlig inakzepabel –  für Bürger, Patienten und Mitarbeiter!

 

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So erhofft sich der Verein, neue Denkanstöße gegeben zu haben, die in die Fraktion weitergetragen werden und die Parteimitglieder vor Ort ihre persönliche Entscheidung überdenken lassen.  Bisher ist der Auftrag der Politik an die Trägergesellschaft nicht erfüllt worden. Auch nach acht Monaten fehlen die Konzepte zum Erhalt der drei Klinikstandorte – und die sollten endlich von der Politik dringender den je eingefordert werden.

Förderverein zum „Eckpunktepapier“ – Klinikstandort Norden soll sterben?

Die stationäre Krankenhausversorgung in Norden soll aufgegeben werden. Diesen Vorschlag hat die gemeinsame Geschäftsführung der Kliniken Aurich/Norden (UEK) und Emden (HSK) am 18.01.2018 dem Auricher Kreistag und dem Emder Rat Stadtrat präsentiert. Wie Geschäftsführer Claus Eppmann erklärte, sei die Schließung des Norder Standortes „unumgänglich“.  

21.01.2018: Der Förderverein der UEK am Standort Norden nahm dazu in der folgenden Pressemitteilung  Stellung:
„Am 18. Januar 2018 hat Claus Eppmann (Geschäftsführer der Trägergesellschaft Zentralklinikum Aurich-Emden-Norden mbH) auf Drängen unserer Kreistagspolitiker die Katze aus dem Sack gelassen:

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Nach dem Aus für die Zentralklinik durch den Bürgerentscheid will er die Zentralklinik jetzt an zwei Standorten (Emden und Aurich) verwirklichen, der Standort Norden soll dichtgemacht werden.

Nach einem halben Jahr des Stillstands und einer angeordneten Denkpause präsentierte Eppmann einen Foliensatz Zentralklinik mit weitgehend bekannten Inhalten. Lediglich die Aufmachung wurde leicht geändert. Er betonte im Voraus, dass er noch nicht einmal eine Bedarfsanalyse oder eine wirtschaftliche Betrachtung durchgeführt hat. Ohne erkennbaren Zusammenhang wurde zum Ende des Foliensatzes hin die Botschaft vermittelt, dass nur noch zwei Standorte tragbar sind und Norden geopfert werden muss. Ein Konzept unter Einbeziehung des Standortes Norden wurde den Politikern überhaupt nicht zur Wahl gestellt. Den Standort Norden hält Herr Eppmann offensichtlich für am wenigsten wehrhaft, wenn ihm entscheidende Infrastruktur genommen wird. Dabei besteht in Norden ein besonderer Bedarf an einer wohnortnahen stationären Krankenversorgung. Gerade in der Küstenregion gibt es zusätzlich zur regulären Bevölkerung einen hohen Anteil an Touristen und mit zunehmender Tendenz zugezogenen älteren Mitbürgern.

Nach Recherche des Fördervereins ist sicher, dass das Norder Krankenhaus nur zu ca. 15 % zu den Defiziten der Ubbo-Emmius-Kliniken des Landkreises Aurich beiträgt.

In der Argumentation wurde erneut behauptet, die ambulante Notfallversorgung werde auch in Norden gesichert. Dabei hat Eppmann lediglich 1 (ein) Gespräch mit der Kassenärztlichen Vereinigung geführt mit dem Ergebnis, weiterhin miteinander zu sprechen – und dass für den Aufbau eines ambulanten Notfallzentrums derzeit keine rechtliche Grundlage vorhanden ist. Die Zusicherung einer 7 Tage / 24 Stunden Notfallversorgung über den längst bestehenden hausärztlichen Bereitschaftsdienst hinaus ist völlig unseriös. Sie fällt gar nicht in die Zuständigkeit von Herrn Eppmann. Die ambulante Notfallversorgung in Norden ist also in keinster Weise gesichert!

Wie kann es also sein, dass der für die Realisierung der Zentralklinik eingekaufte Claus Eppmann die Richtung der Krankenhauslandschaft vorgibt ?  Aus Sicht des Fördervereins hätte er vielmehr Alternativen vorstellen müssen, aus denen unsere gewählten Politiker die sinnvollste Lösung auswählen können. Von der angekündigten Bürgerbeteiligung ganz zu schweigen!

Unsere Politiker im Kreistag  fordern wir nachdrücklich auf, sich  für ihre Entscheidung zur möglichen Zukunft einer Verbundlösung für die Krankenhäuser in der Region vollständige, unvoreingenommene und belastbare  Informationen anzufordern !  Statt sich die völlig einseitigen und pauschalierenden Werbevorträge für eine Zentralisierung  erneut als „Lösungskonzepte“ anbieten zu lassen und womöglich einer  Schließung des Norder Krankenhauses zu folgen, müssen sie ihre Verantwortung für die wohnortnahe Daseinsvorsorge ernst nehmen !“

Die Folie zu dem von Claus Eppmann vorgestellten Plan, können unter
www.anevita.de eingesehen werden.